Wunschlos unglücklich

Die Suche nach der Zukunft

Bei der Ansprache der kaufkräftigen Zielgruppe der 20- bis 35-jährigen ist jetzt Querdenken gefragt

Was ist da nur falsch gelaufen? Eine Umfrage an der Universität Wien unter 350 Studenten ergab jüngst, wie wenig ambitioniert die künftige Wirtschaftselite wirklich ist: Ein Job im mittleren Management, 30 bis 35 Stunden Arbeitszeit pro Woche und ein sicherer, stressfreier Arbeitsplatz stehen ganz oben auf dem Wunschzettel der BWL-Studenten, die eigentlich keine Manager sein wollen. Work-Life-Balance als Lebensmotto – möglichst mit wenig Arbeit und einer Riesenportion Leben. Besitz ist dabei für die Generationen und Z kein erstrebenswertes Ziel mehr und rückt nach zwei erlebten Wirtschaftskrisen gefühlt in unerreichbare Ferne. Da werden lieber Autos und Fahrräder geteilt, Produkte ach Benutzung auf Second Hand-Plattformen weitervermarktet und einfach nur davon geträumt, besonders zu sein. Was macht der Handel nur mit solchen Kunden?

Von Hygge bis „Zeit für Dich“

„Mit reinen Modetrends, Konsum-Nutzen und klassischen Produkt-Versprechen ist die Generation Y nur schwerlich zu erreichen“, weiß Günter Nowodworski, Inhaber der Werbeagentur Now Communication. „Es gibt gute Gründe, warum eines der meistverkauften Sachbücher des letzten Jahres das Buch Hygge von Mike Wiking ist, das sich vor allem dem Thema Entschleunigung widmet.“ Der Marketing-Experte empfiehlt, Produkte durch Themen in einen neuen Kontext zu stellen, die den aktuellen Bedürfnissen der Zielgruppe gerecht werden.  „Mit Hygge waren wir in der letzten Herbst-Winter-Saison extrem erfolgreich“, berichtet der Kommunikations-Wirt, der von Industrie und Handel gleichermaßen gebucht wird, um Frequenz und Umsatz im Modeeinzelhandel zu generieren.

Kerzen, Candy und Kuschelmode

Mit Kundenmagazinen, Aktionskalendern und Events lockten die von Now betreuten Händler die Kunden in die Geschäfte – mit sagenhaftem Erfolg und ungewöhnlich hohen Rücklauf-Quoten. Heißer Tee bei Kerzenschein, Lesungen aus dem Buch, frisch gebackene Süßigkeiten, Kissen, Decken und Wohlfühlmode dienten dabei als Aufhänger für die Botschaft: Kuschel dich zuhause ein und mache aus kalten dunklen Wintertagen die schönste Zeit des Jahres. „Wir haben den Nerv getroffen – nur selten bekommen wir auf Aktionen so viele begeisterte, direkte Kundenfeedbacks“ berichtet Nowodworski stolz. „Die Sehnsucht nach Entschleunigung ist tatsächlich riesig“!

„Zeit für Dich“ für Herbst/Winter 2019

„Die kalte Herbst-Winter-Saison mit ihren kurzen Tagen ist ideal, um Mode mit Softfaktoren wie Entschleunigung, Besinnung, Work-Life-Balance und Wohlfühlen aufzuladen“, weiß Günter Nowodworski. „Zeit für Dich“ nennt er den Trend für 2019 und hat dafür zahlreiche Aktionen, passende Give-Aways und Zusatznutzen im Portfolio. Diese lassen sich ideal mit vielen Modetrends kombinieren, die im kommenden Frühjahr auch eine Rolle spielen. Schließlich sollen die Aktionen nicht nur Kunden ins Geschäft locken, sondern die gekaufte Ware auch verkaufen. Nowodworski, der von seinen Kunden vor allem dafür geschätzt wird, dass er stets am Puls der Zeit agiert, weiß: „Die thematische Aufbereitung von Fashion und das Aufladen mit Zusatznutzen ist ein bewährter Weg, der konsummüden Generation neue Kaufmotive zu vermitteln!“ Eine der wohl herausforderndsten Aufgaben für den Einzelhandel von morgen.

Beitrag in der „it’s new“ – Ausgabe Dezember 2018 – www.modering.at